Hallo lieber Mensch!
Wenn du oder eine nahestehende Person gerade durch eine herausfordernde Zeit geht oder sich in einer akuten Krise befindet, dann hole dir bitte Unterstützung. Du bist richtig und du bist wichtig. Du bist nicht alleine.
Ich hoffe sehr, dass die unten genannten Beratungseinrichtungen und Telefonnummern für dich dienlich sind. Viele davon bieten kostengünstige und kostenlose Beratungseinheiten an. Oft hilft es schon mit jemandem zu sprechen der einen unvoreingenommen, neutralen und objektiven Blick auf dein Thema hat - und einfach nur zuhört und dir glaubt.
Und bitte vergiss nicht: Das Leben der anderen, das wir sehen, ist oft nur ein kleiner Ausschnitt – eine Momentaufnahme. Jeder von uns hat seine eigenen Herausforderungen, auch wenn sie nicht immer sichtbar sind.
Sich einzugestehen, dass man professionelle Unterstützung benötigt, ist ein Ausdruck von Stärke. Es ist schön, dass es dich gibt. Die Welt braucht dich. Und bitte versuche, dir selbst gegenüber mit Wohlwollen und Nachsicht zu begegnen.
Ich wünsch dir für deinen Weg nach innen ganz viel Kraft, Mut und Vertrauen. Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben. Such dir für dein Anliegen und deine aktuelle Herausforderung ein passendes, wertschätzendes und verständnisvolles Umfeld.
Von Herzen alles Liebe,
Yvonne
Besonders in krisenhaften Momenten braucht es Klarheit.
SOS – Erste Hilfe für Angehörige
Für wen?
Für alle, die nahestehende Menschen unterstützen möchten: egal ob familiär, freundschaftlich, romantisch oder beruflich. Damit Veränderung jedoch möglich wird, braucht es die Bereitschaft der betroffenen Person, etwas verändern zu wollen. Du kannst Erstversorger*in sein und dann darfst du die Verantwortung liebevoll wieder zurückgeben. Wenn du spürst, dass deine Hilfe ins Leere läuft, ist es in Ordnung, dich zurückzunehmen. Du darfst deine Energie schützen.
Grundprinzipien
- Bleib in deiner Kraft: Nur wer selbst stabil ist, kann wirksam und nachhaltig helfen.
- Du bist nicht Retter:in im Dauereinsatz: Du kannst da sein, zuhören und unterstützen, aber nicht therapieren.
- Nur weil du empathisch bist, heißt das nicht, dass du immer für alle da sein musst. Lerne, deine Grenzen zu wahren und deine Energie bewusst einzuteilen.
- Selbstfürsorge ist kein Luxus: Sie schützt dich und macht deine Unterstützung nachhaltig.
- Prüfe deine Kapazität: Bevor du hilfst, spür in dich hinein. Hast du gerade genug emotionale Kraft, um zu tragen, was die Situation mit sich bringt? Wenn nicht, ist das kein Mangel an Mitgefühl sondern ein Akt von Verantwortung und Achtsamkeit. Nur wer stabil steht, kann anderen Halt geben.
Das Helfersystem muss stabil bleiben, damit es überhaupt helfen kann. Merke: Du darfst Mitgefühl zeigen, ohne dich selbst zu verlieren.
Metapher zur Erinnerung
Stell dir vor, du sitzt in einer kleinen Nussschale auf dem Wasser. Ein Mensch in Not droht unterzugehen.
- Falle nicht selbst ins Wasser: Bleib ruhig in deinem Boot.
- Unterstütze klar und liebevoll: „Ich bin da. Leg deinen Fuß auf den Bootsrand. Ich halte dich. Atme.“
So stärkst du den anderen, ohne selbst unterzugehen.
Konkrete SOS-Schritte
Zuhören – ruhig, offen, wertfrei.
- Ohne vorschnelle Ratschläge. Statt „Lösung anbieten“ lieber fragen: „Was brauchst du gerade?“
Gefühle ernst nehmen
- Keine Bagatellisierungen wie „Das wird schon wieder“ oder „Denk positiv“.
- Erkenne die Situation und Emotionen an.
Anwesenheit zeigen
- Nicht allein lassen.
- Hilfe anbieten, aber ohne Druck: „Ich bin für dich da. Wir finden gemeinsam Unterstützung.“
Professionelle Hilfe organisieren
- Telefonnummern recherchieren, Termine begleiten, beim Anruf unterstützen.
Hole dir eigene Unterstützung
- Sprich über deine Gefühle mit Menschen, bei denen du dich sicher fühlst und denen du vertraust.
- Du musst nicht stark bleiben, wenn dir selbst alles zu viel wird.
- Therapie, Coaching oder Beratung sind sinnvoll und stärken dich – meld dich gern bei mir.
Grenzen und Verantwortung
- Du bist kein Profi für nahestehende Menschen, auch nicht, wenn du beruflich im sozialen, beratenden oder therapeutischen Bereich tätig bist.
- Gerade mit Menschen, die dir nahe stehen, bist du immer auch emotional involviert. Das macht deine Unterstützung menschlich und gleichzeitig ist es umso wichtiger, gut auf dich selbst zu achten.
- Verantwortung zurückgeben: Du kannst nicht retten oder verändern, nur begleiten.
- Deine Grenzen und Ressourcen achten: Energie, Zeit und emotionale Stabilität sind wertvolle Ressourcen.
Ermutigung
Deine Empathie ist ein wertvolles Geschenk. Damit sie auch in Zukunft wertvoll bleibt – für dich und dein Umfeld – braucht es gesunde Grenzen und bewusste Selbstfürsorge. Fürsorge und Mitgefühlt dürfen in beide Richtungen fließen. Allein deine Präsenz macht einen echten Unterschied. Achte dabei gut auf dich, gönn dir Pausen ohne Schuldgefühle. So schützt du dich davor, in ein Empathie-Burn-out zu geraten.
Der größte Halt, den du einem Menschen in Not geben kannst, bist du selbst: klar, kraftvoll und achtsam mit deinen eigenen Grenzen und Ressourcen. Echte Unterstützung entsteht nicht durch Aufopferung, sondern durch innere Stabilität und Selbstverantwortung. Es ist nicht immer leicht, die Balance zu halten zwischen Mitgefühl und Selbstschutz, Nähe und Abgrenzung. Doch genau diese Haltung schützt eure Beziehung und bewahrt die Würde auf beiden Seiten, die des betroffenen Menschen und deine als helfende Person.
Indem du gut für dich sorgst, zeigst du, dass Veränderung möglich ist. Nicht durch Selbstaufgabe oder Belehrung, sondern durch bewusste Präsenz und liebevolle Klarheit. Wenn du merkst, dass jemand deine Fürsorge als selbstverständlich betrachtet oder dich emotional unter Druck setzt, ist es auch in Ordnung, dich zu distanzieren. Abstand ist kein Verrat, manchmal ist er der einzige Weg, um respektvolle Nähe wieder möglich zu machen. Das bedeutet nicht, dass du den anderen in seiner Not allein lässt, sondern dass du lernst, klar und liebevoll Grenzen zu kommunizieren.
Denk daran: Dein Wohlbefinden und deine Gesundheit sind genauso wertvoll wie das der Menschen, die du unterstützen möchtest. Begegne dir selbst mit derselben Achtsamkeit, Fürsorge und Liebe, die du so selbstverständlich anderen schenkst.
- Empathie braucht klare Grenzen.
- Liebe darf nicht auf Selbstaufgabe beruhen.
Natürlich sind das keine allgemeinen Wahrheiten. Und vieles lässt sich auch nur im jeweiligen Kontext betrachten. Nimm dir daher nur das mit, was für dich und deine aktuelle Situation nützlich ist.
Pass gut auf dich auf!
Alles Liebe, Yvonne
Hinweis:
Diese SOS-Tipps ersetzen keine professionelle psychologische oder medizinische Hilfe. Sie sollen Angehörige dabei unterstützen, Orientierung zu finden und sich selbst sowie nahestehenden Menschen achtsam zu begegnen. Bei akuten Krisen oder Suizidgedanken bitte immer sofort professionelle Unterstützung oder Notdienste kontaktieren.
Hier findest du professionelle Anlaufstellen:
- Bei akuter Gefahr (z. B. Suizidgefahr) sofort Hilfe holen
Telefon: 141 anrufen (Notruf)
Lebensgefahr erfordert sofort professionelle Hilfe.
- Telefonseelsorge
Telefon: 142 gebührenfrei (täglich von 0-24 h erreichbar)
Webseite: www.onlineberatung-telefonseelsorge.at
Webseite: www.telefonseelsorge.at
- Psychiatrische Soforthilfe
Telefon: 01 31330 (täglich von 0-24 h erreichbar)
- Kriseninterventionszentrum
Telefon: 01-406 95 95 (Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag 8–17 Uhr)
- Frauennotruf – Beratung und Hilfe bei häuslicher Gewalt
Telefon: 01 71 71 9 (täglich von 0-24 h erreichbar)
- Frauenhelpline gegen Gewalt
Telefon: 0800 222 555 gebührenfrei
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.frauenhelpline.at
- 147 Rat auf Draht, Telefonhilfe, Notruf und psychologische Beratung, für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Bezugspersonen
Telefon: 147 (ohne Vorwahl gebührenfrei aus ganz Österreich)
Webseite: rataufdraht.at
(anonym, kostenlos und 24 h erreichbar)
- Rat auf Draht, Elternberatung - Für die großen und kleinen Herausforderungen im Alltag.
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.elternseite.at.
- Changes for women - Netzwerk und Unterstützung für ungewollt Schwanger
Achtung: Keine Beratung vor Ort möglich. Kontaktaufnahme per E-Mail.
E-Mail: [email protected]
E-Mail: [email protected]
E-Mail: [email protected]
Webseite: https://www.changes-for-women.org/#1
- Männerberatung
Telefon: 01-603 28 28
Fax: 01-603 28 28-11
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.maenner.at
- Österreichisches Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapien
Telefon: 01-946 48 02
Mobiltelefon: 0676 / 940 75 07 (Mag. Wolfgang Kostenwein )
Fax: 01-946 48 02
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.sexualpaedagogik.at
- Gesund aus der Krise bietet klinisch-psychologische, gesundheitspsychologische sowie psychotherapeutische Beratung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen zur Bewältigung von psychosozialen Folgen der aktuell vorherrschenden multiplen Krisen.
Telefon: 0800 800 122 (Montag bis Freitag von 8:00 – 18:00 Uhr)
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.gesundausderkrise.at
- Notfallpsychologischer Dienst, Beratung und Behandlung für Menschen in und nach traumatischen Ereignissen
Telefon: 0699 / 18 85 54 00 (Montag bis Freitag von 09:00 - 17:00 Uhr)
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.notfallpsychologie.at
- HPE - Österreich - Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter. Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, die mit psychisch Erkrankten leben. Familienberatung und Angehörigenzentrum.
Telefon: 01-526 42 02
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.hpe.at
- Rainbows - Gruppenpädagogisches Angebot und Einzelbegleitung für Kinder und Jugendliche im Alter von 4 - 17 Jahren, die von Trennung/Scheidung der Eltern oder Tod eines Elternteils oder geliebten Menschen betroffen sind. Beratung/Coaching für Eltern/-teile Beratung gemäß §95 vor einvernehmlicher Scheidung
Telefon: 0664/620 35 49 (Einzel-/Trauerbegleitung, YOUTH-Gruppen, Workshops)
Telefon: 0664/88242407 (Elternberatung und Elternberatung bei einvernehmlicher Scheidung lt § 95 Absatz 1a Außerstreitgesetz & Sekretariat)
Telefon: 0680 / 316 91 92 (Landesleitung & RAINBOWS Gruppen Trennung/Scheidung)
E-Mail: [email protected]
Webseite: www.rainbows.at
Was uns bleibt...
Ja, manchmal fällt es mir schwer, diese Welt zu verstehen. Schwer zu verstehen, in welche Richtung wir uns als Gemeinschaft in Zukunft wohl hindrehen.
Die Welt, sie rennt.
Der Wald, er brennt.
Das Wasser, es quillt über.
Die Erde, sie ist dürr.
Was am Ende bleibt, ist das Wir. Ich bin jetzt, ich bin hier. Du bist jetzt, du bist hier. Wir sind jetzt, wir sind hier.